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Radonbelastung und Radonvorsorgegebiete in Deutschland: Richtlinien der Strahlenschutzverordnung

von GN Bauphysik

Bei schlechter Belüftung kann sich Radon in der Raumluft sammeln und eine gesundheitsgefährdende Belastung darstellen. Doch wo kommt Radon überhaupt vor, warum ist es so gefährlich, was ist der Grenzwert für Radon in der Raumluft und wie wird die Belastung gemessen? Und was bedeuten die Strahlenschutzverordnung und das Strahlenschutzgesetz, insbesondere für Arbeitgeber?

Warum ist Radon gefährlich?

Radongas entsteht, wenn Uran und Thorium zerfallen, die in Spuren im Erdboden vorhanden sind. Das radioaktive Edelgas diffundiert dann aus der Bodenluft in die Atmosphäre – sowie auch in Grundwasser, Keller und Rohrleitungen. So gelangt es in die Raumluft, insbesondere in erdberührende Geschosse. Je nach Baugrund und Bauweise des Gebäudes können sich gesundheitsgefährdende Mengen von Radon in der Luft sammeln. Wird das Gas eingeatmet, zerfällt es in den Atemwegen und die Radioaktivität schädigt die Lunge: Die Auswertung der Roh- und Messdaten von 13 europäischen Studien belegten, dass das Lungenkrebsrisiko pro Aktivitätskonzentration von 100 Bq/m³ Radon in der Raumluft durch die Strahlung um 16 % erhöht ist.
(Mehr Informationen dazu finden Sie in der angesprochenen Untersuchung der Rohdaten von 13 europäischen Studien.)

Um dieses Risiko einzuschränken, gibt es seit 2013 europäische Vorgaben zum Radonschutz, umgesetzt durch das Strahlenschutzgesetz und die Strahlenschutzverordnung:

Strahlenschutzverordnung und Strahlenschutzgesetz: Das sind die Vorgaben

Die europäische Richtlinie 2013/59/EURATOM zum Strahlenschutz vor Radon wurde 2017 und 2018 in Deutschland umgesetzt: mit dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV).

Seit Inkrafttreten des neuen Strahlenschutzrechts gilt durch Strahlenschutzgesetz und -verordnung zum Radonschutz unter anderem folgendes:

  • Der Referenzwert für die Radonkonzentration in der Raumluft, auch und insbesondere von Arbeitsplätzen und Aufenthaltsräumen, wird mit 300 Bq/m³ im Jahresmittel festgelegt.
  • Seit dem 1. Januar 2021 müssen bundesweit alle Gebiete als Radonvorsorgegebiete ausgewiesen werden, in welchen eine Überschreitung des Referenzwertes der Radonkonzentration in der Raumluft vieler Gebäude zu erwarten ist.
  • In Neubauten mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen muss der Radoneintritt über den Boden mit geeigneten Maßnahmen vermindert werden.
  • Werden in Bestandsgebäuden mit Aufenthaltsräumen Maßnahmen durchgeführt, die die Luftwechselrate vermindern, so sollte ebenso geprüft werden, ob Maßnahmen zum Radonschutz machbar sind.
  • An Arbeitsplätzen in Kellergeschossen und dem Erdgeschoss innerhalb eines Radonvorsorgegebietes besteht eine Messpflicht zur Bestimmung der Radonkonzentration.

Somit gilt also:
Für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss innerhalb von Radonvorsorgegebieten gibt es für die Radonmessung eine Pflicht. In allen anderen Gebieten ist die Radonmessung freiwillig – sollte aber auch zur eigenen Gesundheit in Radonvorsorgegebieten in Wohnräumen und anderen Aufenthaltsräumen im Erdgeschoss vorgenommen werden.

Übrigens: Das Strahlenschutzrecht hat auch Auswirkungen auf die medizinische Strahlenexposition – beispielsweise in der Forschung oder bei Röntgeneinrichtungen.

Wie hoch ist der Grenzwert für Radon in der Raumluft?

Laut den Radonschutzgesetzen, dem Strahlenschutzgesetz und der Strahlenschutzverordnung, liegt der Grenzwert für Radon in der Raumluft bei 300 Becquerel pro Kubikmeter.
Die WHO, World Health Organization/Weltgesundheitsorganisation, hat dagegen für den Strahlenschutz vor Radon einen deutlich niedrigeren Richtwert: Sie gibt 100 Becquerel pro Kubikmeter an.

Was ist ein Radonvorsorgegebiet und wo befinden sie sich?

Wie oben bereits angeschnitten, müssen seit Januar 2021 alle Gebiete als sogenannte Radonvorsorgegebiete ausgeschrieben werden, in welchen zu erwarten ist, dass die Radonkonzentration in der Raumluft in vielen Gebäuden überschritten wird. Dabei gilt der über das Jahr ermittelte Wert.
Die Festlegung der einzelnen Radonvorsorgegebiete liegt jeweils bei den Bundesländern. In den meisten Fällen sind Ministerien oder Behörden für Umwelt oder Verbraucherschutz hier zuständig.

Aufgrund des geringen Radonpotenzials sind in einigen Bundesländern wie Hessen, Saarland oder Schleswig-Holstein keine Radonvorsorgegebiete vonnöten. Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebiet ist seit dem 11.02.2021 rechtsgültig das bisher einzige Radonvorsorgegebiet in Bayern. Für die Radonvorsorgegebiete in Baden-Württemberg liegt ein Vorschlag des Umweltministeriums vor, gemäß welchem im Südschwarzwald und im Mittleren Schwarzwald Radonvorsorgegebiete ausgewiesen werden. Der Vorschlag der Radonvorsorgegebiete in Baden-Württemberg steht noch im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Diskussion.

Ist ein Areal als Vorsorgegebiet ausgewiesen, so muss innerhalb von 18 Monaten die Radonbelastung gemessen lassen werden. Es muss nachgewiesen werden, dass die Aktivitätskonzentration von 300 Bq/m³ im Jahresmittel nicht überschritten wird. Gibt es erhöhte Radonwerte im Haus, beziehungsweise dem Arbeitsplatz, müssen Maßnahmen zum Radonschutz getroffen werden, um die gesundheitliche Gefährdung zu minimieren. Sind diese Maßnahmen umgesetzt, muss erneut die Radonkonzentration gemessen werden. Damit soll bewiesen werden, dass die vollzogenen Schritte zur Vorsorge auch fruchten.

Wer kann Messungen von Radonwerten vornehmen?

Eine Messung der Radonbelastung kann im Bereich der Messpflicht nur durch vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) anerkannte Messstellen erfolgen. Wer freiwillig die Radonwerte im Haus misst, beispielsweise weil die privaten Wohnräume innerhalb eines Radonvorsorgebietes liegen, kann sich frei an verfügbare Experten im Bereich der Radonmessungen wenden.
Bei GN Bauphysik beraten wir Sie gern und helfen Ihnen, in privaten (oder vermieteten) Aufenthalts- und Wohnräumen die Radonbelastung zu messen und zu minimieren.

Fazit: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Radonvorsorgegebiete nach Strahlenschutzverordnung und Strahlenschutzgesetz!

Radon ist radioaktiv und damit eine Gefährdung der Gesundheit. Sammelt sich das Radon in der Luft, insbesondere in schlecht gelüfteten Wohn- oder Arbeitsräumen, so kann das die Lunge beschädigen und sogar das Lungenkrebsrisiko drastisch erhöhen.
Daher gibt es mit den Radonschutzgesetzen, der Strahlenschutzverordnung und dem Strahlenschutzgesetz, nicht nur die Anordnung, dass besonders gefährdete Gebiete als solche auszuweisen sind, sondern dass Arbeitgeber dort verpflichtet sind, im Keller- und Erdgeschoss die Radonbelastung zu messen.

Fairerweise muss auch gesagt werden: Nur, weil ein Gebiet als Radonvorsorgegebiet ausgewiesen ist, herrscht nicht in allen Häusern automatisch eine erhöhte Radonkonzentration. Genauso kann es auch in einem Areal, welches kein Vorsorgebiet ist, vereinzelt Häuser mit erhöhter Radonbelastung geben.
Als Beispiel: Nur weil es im Durchschnitt eine höhere Radonbelastung in Baden-Württemberg gibt, heißt das nicht, dass alle Häuser in Baden-Württemberg eine schädliche Radonkonzentration in der Raumluft vorweisen. Genauso können aber in Sachsen-Anhalt oder dem Saarland, die durchschnittlich eine geringere Radonkonzentration in der Raumluft vorweisen, einzelne Häuser den Grenzwert für Radon in der Raumluft überschreiten.
Dazu sind die in den Gesetzen und Verordnungen des Strahlenschutzes vor Radon festgeschriebenen Grenzwerte deutlich höher, als es die WHO empfiehlt. Auch deswegen sollten Sie sich nicht nur auf die Ausschreibung von Radonschutzgebieten verlassen, sondern die eigene Gesundheit selbst in die Hand nehmen.

Dementsprechend ist eine Radonmessung grundsätzlich anzuraten. Sie ist vergleichsweise günstig und bietet Ihnen die Sicherheit, den Nutzern und Nutzerinnen des Gebäudes nicht versehentlich zu schaden – ob es nun Ihre Familie ist oder Ihre Arbeitnehmer.

Wir bei GN Bauphysik beraten Sie gerne hinsichtlich einer freiwilligen Radonmessung oder zu vorläufigen Orientierungswerten!

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